ES GIBT 137 ARTEN VON ZEBRASTREIFEN


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„Was ist das?“ Wie oft wird diese Frage gestellt werden, beim Anblick eines Zebrastreifens in der Aula der Willy-Brandt-Gesamtschule. Genauer gesagt, es sind drei Zebrastreifen. In Zusammenarbeit mit der Künstlerin Karin Bergdolt haben Schülerinnen und Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule in München zum Ende des Schuljahres 2010/11 diese Form der Raumintervention entwickelt und realisiert.

Ein Zebrastreifen hat die Aufgabe einer Regelfunktion – dem Regeln von Verkehr, Bewegung, Fortgehen, Warten, Rücksicht nehmen. Der Zebrastreifen ist ein sehr einfaches Zeichen mit einer sehr großen Wirkung; jedes Kind wird belehrt hinsichtlich seiner Funktion – aber was soll dieser Eingriff in einer Schule? Auch hier übernimmt der Zebrastreifen zwangsläufig die selben Aufgaben, für die er auch im Straßenverkehr eintritt – doch im neuen und veränderten Kontext. Er regt an zum Warten, kurz Innehalten, sich der Frage zu stellen, warum sich hier an diesem Ort meinem Fortgehen etwas „in den Weg stellt“. Der schulische Alltag wird für einen Moment gebrochen, der Zebrastreifen zwingt zur Aufmerksamkeit.

Die Installation greift ein durch die große optische Präsenz und der dadurch verbundenen Raumgliederung. Die Schülerinnen und Schüler haben selbständig entschieden, welcher Verkehrsweg in der Schule hinsichtlich ihrer Interessen abgebremst werden soll. In bemerkenswerter Präzision sind diese Entscheidungen getroffen worden; und in einer mit Ausdauer und gemeinsamer Begeisterung konnte diese künstlerische Arbeit realisiert werden.



In Zusammenarbeit mit Silvia Wienefoet
und dem Förderverein der Willy-Brandt-Gesamtschule, München